08.08.2014 – Bahn bestätigt: Lokführer hat bei Zugunglück von Mannheim Haltesignal überfahren

Knapp eine Woche nach dem Zugunglück am Hauptbahnhof Mannheim konnte die Schuldfrage durch die Staatsanwaltschaft geklärt werden. Der Lokführers des Güterzugs, der auf dem Weg zur BASF nach Ludwigshafen war, hatte vor dem Zusammenstoß mit dem EC 216 aus Graz zwei Haltesignale überfahren.

Die Sicherungstechnik auf den Strecken der Deutschen Bahn löst nach einer Durchfahrt eines Halt zeigenden Signals eine Zwangsbremsung des Zuges aus. Dieser Sicherheitsmechanismus hat bei beiden Signalen auch ausgelöst. Nach der Zwangsbremsung durch die Signaltechnik muss der Lokführer Kontakt mit dem zuständigen Stellwerk aufnehmen. Dies hat der erfahrene 60-jährige Lokführer aus den Niederlanden nicht gemacht. Der Lokführer hatte seine Fahrt eigenständig fortgesetzt. Es kam so zum Zusammenstoß der beiden Züge im Weichenvorfeld.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt jetzt gegen den 60-Jährigen, dem vorgeworfen wird, fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Bahnverkehrs herbeigeführt zu haben. Weiterhin bleibt die Frage bestehen: Warum hat er die automatisch eingeleitete Notbremsung aufgehoben und weitere Haltesignale überfahren?

Am vergangenen Freitagabend war auf dem Gleisvorfeld Ost des Mannheimer Hauptbahnhofs ein mit Containern beladener Güterzug und ein EuroCity der Deutschen Bahn kollidiert. Zwei Personenwagen sind durch die Flankenfahrt umgekippt. 35 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Tote gab es zum Glück keine. Der Lokführer der auf Gleis 3 heranfahrenden S 2 konnte schnell reagieren und brachte seinen Zug noch rechtzeitig zum Stehen. Ein größeres Unglück konnte so verhindert werden.

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